Geschichte von Svitlana Borodina aus Charkiw
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Vor dem Krieg lebte Svitlana Borodina in Charkiw und arbeitete als Designerin in einer Werbeagentur. Seit Anfang März lebt sie mit ihrer Tochter in Drohobytsch im Gebiet Lwiw.
Einige Wochen vor der russischen vollmaßstäbigen Invasion begannen Svitlana und ihre Freunde, über die Möglichkeit eines Krieges nachzudenken. In der Schule ihrer 16-jährigen Tochter besprachen die Lehrer dieses Thema ebenfalls und erklärten, wie man sich darauf vorbereiten sollte.
Am Abend den 23. Februar bat Svitlanas Tochter darum, bei ihr schlafen zu dürfen, weil sie sich unruhig fühlte. Am 24. Februar um 5 Uhr morgens wachte Svitlana wegen seltsamer Geräusche auf. Zunächst dachte sie, es handele sich um eine Feier und die Leute würden Feuerwerke auslösen. Normalerweise machen sie das aber nicht um diese Tageszeit.
„Ich ging auf den Balkon und hörte, dass sie noch immer im Gange waren. Ich wohnte fast im Zentrum der Stadt. Ich konnte nicht sehen, woher der Beschuss kam. Die Menschen, die in den Gebieten wohnten, in denen der Beschuss begann, sahen alles auf einmal. Die Explosionen und die Lichter am Himmel. Ich öffnete die Facebook-Seite meiner Freundin und sah ihren Beitrag: „Was ist das?“ Und die Antwort: „Das ist es.” Ich habe mein Kind geweckt und gesagt: „Meine Tochter, der Krieg hat begonnen“, erinnert sich Svitlana Borodina.
Dann las sie in den Nachrichten, dass die Explosionen in Kyiv, Tschernihiw, Lwiw, Odesa und Dnipro gehört wurden. Svitlana und ihre Tochter packten ihre Sachen ein, verbrachten aber die nächsten vier Tage zu Hause im Badezimmer. Dort machten sie sich ein Bett und verbrachten die Nächte.

Als ein Jagdflugzeug zum ersten Mal über Svitlanas Haus flog, war sie sehr verängstigt. Sie und ihre Tochter gingen in den Keller und blieben dort sechs Tage und Nächte lang.
Als eine russische Granate in das Gebäude des Berufungsgerichts einschlug, das sich 300 Meter entfernt von Svitlanas Haus befindet, wurde ihr klar, dass der Krieg nicht so schnell enden würde und sie Charkiw verlassen mussten.
Svitlana wollte auch ihre alten Eltern mitnehmen, doch sie weigerten sich kategorisch zu evakuieren. Die Mutter der Frau sagte: „Packt eure Sachen und fahrt ihr, wir werden uns selbst zurechtfinden. Du musst dein Kind retten.” Svitlana akzeptierte dies und begann zu versuchen, das Haus zu verlassen.
Zuerst rief Svitlana verzweifelt ein Taxi, aber es kam niemand, um den Anruf anzunehmen. 45 Minuten dauerte der Weg zum Bahnhof, aber es war ängstlich. Sie hörte die ganze Zeit Explosionen und Schüsse. Schließlich halfen Svitlanas Freunde ihr und fanden ein Auto, das sie abholte und zum Bahnhof brachte.
Es waren sehr viele Menschen am Bahnhof. Svitlana sagt, sie habe noch nie eine solche Menschenmenge in Charkiw gesehen. Sogar bei Konzerten auf dem Maidan. Sie sagte ihrer Tochter, dass sie in den ersten Zug steigen werden, der kam. So stiegen sie zunächst in einen Zug nach Winnyzja und dann in einen anderen nach Lwiw. Da Lwiw zu dieser Zeit bereits überfüllt war, wurden Svitlana und ihre Tochter in Drohobytsch empfangen. Dort leben sie seither.
Svitlanas Eltern leben dank der Hilfe von Ehrenamtlichen und verschiedenen Organisationen in Charkiw. Früher kaufte Svitlana in Drohobytsch Medikamente, die in die Stadt zuerst nicht geliefert wurden, und schickte sie ihren Eltern per Post.
Noch als Svitlana Borodina in Charkiw war, sah sie die Beschießung des Einkaufszentrums "Nikolsky". Es gab eine Menge Rauch, es war sehr erschreckend. Die Frau sagte auch, dass die Russen die Absicht hatten, die Stadt zu besetzen, sie haben irgendwo die Verteidigungslinie durchgebrochen und fuhren mit Panzern, Schützenpanzerwagen und anderen Militärfahrzeugen ein.
Zuerst hörten die Anwohner die Schüsse vom Maschinengewehr, dann noch stärkere Geräusche. Die Territorialverteidigung von Charkiw hielt sie auf, und es kam zu einem Kampf. Die russischen Militärs versteckten sich in der Schule Nr.134. Am Ende wurden sie dort getötet, aber die Schule wurde zerstört und kann nicht wieder aufgebaut werden. Die Schule tut mir sehr leid, sie war ein historisches Gebäude. Aber dank der Tatsache, dass sie damals aufgehalten wurden, konnten sie Charkiw nicht besetzen.
Die Häuser von vielen Svitlanas Freunden und Bekannten aus Charkiw und dem Gebiet sind beschädigt oder ganz zerstört. Sie sagt, dass die Einwohner von Charkiw jetzt die Russen einfach hassen: „Es scheint mir, sie würden sie in Stücke reißen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten.“
Das Material wurde auf der Grundlage von Zeugenaussagen erstellt, die von den Dokumentierer der Charkiw Menschenrechtsschutz-Gruppe gesammelt wurden.
These pictures are created by artificial intelligence. They are NOT real. They are illustrations of the stories we tell. Most of these stories could not have been fixed by the camera. At the same time, there is documentary work by hundreds of Ukrainian and international photographers who produce real, and so much painful, documentation of this war. Check photographs by Oleksandr Glyadelov, Maksym Dondiuk, Mstyslav Chernov and Yevhen Malolietka, Andriy Dubchak, Yulia Kochetova, and many others.